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US-Forscher: „Elektrische Zigarette liefert nicht versprochene Nikotin-Dosis“

 

Elektrische Zigaretten sollten einer Kontrolle unterliegen, selbst, wenn die Wirkung sich gar nicht wie erwartet einstellt. Zu diesem erstaunlichen Ergebnis kommt Dr. Eissenberg bei seiner klinischen Studie.

Klinische Studie an der VCU

Elektrische Zigaretten, diese neuartigen elektronischen Nikotin-Inhalatoren in Form einer klassischen Tabak-Zigarette, sollten einer Kontrolle unterliegen, die u.a. sicher stellt, dass die Inhaltsstoffe und die beabsichtigte Wirkungsweise der eZigaretten klar deklariert werden – selbst, wenn die Wirkung sich gar nicht wie erwartet einstellt. Das ist die Kernaussage einer klinischen Studie zur elektrischen Zigarette, die vom amerikanischen „National Cancer Institute“ finanziert und an der Virginia Commonwealth University (VCU) unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Eissenberg durchgeführt wurde.

Krankenschwester Barbara Kilgalen, Studienteilnehmerin – Bild: Paul Courson/CNN

Erstaunliches Ergebnis: „Wenn jemand eine elektrische Zigarette kauft, weil er denkt, sie würde ihm eine Nikotin-Dosis verschaffen, wird er – zumindest bei den beiden Produkten, die wir getestet haben und in der Konstellation, wie wir sie getestet haben – sehr enttäuscht sein. Sie liefern keine bzw. kaum messbare Nikotin-Dosen.“

Wissenschaftliches Untersuchungsdesign

An Eissenbergs Studie waren 16 Teilnehmer beteiligt. Gemessen wurden der Nikotingehalt im Blut, die Herzfrequenz sowie das subjektive Verlangen nach einer neuen Zigarette bzw. nach Nikotin. Dazu konsumierten die Probanden abwechselnd eine Zigarette ihrer bevorzugten Marke, zwei verschiedene elektrische Zigaretten (NJOY) mit je Depots der Stärke „strong“ (16mg Nikotin) und als dritte Alternative zogen sie an einer nicht angezündeten Tabakzigarette. Zwischen den verschiedenen Konsum-Situationen wurde jeweils eine Pause von 48 Stunden eingelegt.
Die Teilnehmer wurden instruiert, genau 10 Züge zu nehmen. Im Anschluss wurden der Nikotingehalt im Blut, die Herzfrequenz und das Verlangen nach einer weiteren Zigarette über die Dauer von einer Stunde gemessen. Dann wurden wieder 10 Züge genommen.

Erstaunliche Untersuchungsergebnisse

Die Studie kommt zu zwei zentralen Erkenntnissen, die Dr. Eissenberg so erstaunlich fand, dass er sie vorab im Journal „Tobacco Control“ veröffentlichte:

  1. Beide elektrischen Zigaretten lieferten wenig bis kein Nikotin. Der Nikotingehalt im Blut der Probanden war kaum zu unterscheiden von den Werten, die das Ziehen an einer nicht angezündeten Tabak-Zigarette lieferte. Der mittlere Nikotin-Level stieg niemals über 3,5 ng/ml. Zum Vergleich: bei der nicht angezündeten Tabak-Zigarette lag der Wert bei 2,0 ng/ml während er bei einer regulär gerauchten Tabak-Zigarette bei rund 20.0 ng/ml lag.
  2. Die elektrischen Zigaretten waren weniger effizient das Verlangen nach einer neuen Zigarette zu reduzieren, als herkömmliche Tabak-Zigaretten. In der Tat reduzierte ein der beiden getesteten eZigaretten-Marken das Verlangen statistisch signifikant.

Prof. Dr. Eissenberg räumt indessen ein, dass die Ergebnisse vor dem Hintergrund des Testszenarios mit einer definierten und limitierten Anzahl an Zügen (10) zu bewerten sind, die nicht unbedingt eine reale Nutzungssituation widerspiegeln. Er schließt nicht aus, dass die elektrische Zigarette in der Realität bei längeren intensiveren Zügen und häufigem Gebrauch sehr wohl größere Mengen an Nikotin liefert. „Berücksichtigt man diesen Umstand und andere Faktoren, zeigt sich der Bedarf, diese elektronischen Nikotin-Abgabe-Geräte weiterhin zu untersuchen“.

Wirkt zwar nicht, sollte aber trotzdem reguliert werden

Auch wenn die beiden getesteten eZigaretten nicht die erwarteten Ergebnisse lieferten, ist Dr. Eissenberg der Überzeugung, dass der Vertrieb der elektrischen Zigarette stärker reguliert werden sollte. Er bemängelt, dass die Elektrische Zigarette in Einkaufszentren und im Internet frei verfügbar ist und keiner staatlichen Kontrolle hinsichtlich der Sicherheit oder der Wirkungsweise unterliegt. Aus seiner Sicht steht diese Praxis im Widerspruch zu anderen Nikotin abgebenden Produkten, wie z.B. Nikotin-Kaugummis oder Nikotin-Pflaster, die allesamt staatlichen Vorschriften unterliegen.
„Die Konsumenten können mit Recht erwarten, dass Produkte zur Nikotin-Abgabe einerseits sicher sind und andererseits so funktionieren, wie es die Werbung verspricht.“ Und weiter: „Es ist wichtig, dass diese Produkte staatlich reguliert werden, die Inhaltsstoffe eindeutig angegeben werden und die Verpackung der Art und Weise entspricht, wie man es bei einem Produkt, das verkauft wird, um Nikotin abzugeben, erwarten sollte.“

Andere Wissenschaftler widersprechen

Zu den Studienergebnissen der VCU wurde auch Dr. Ben Thomas, „Professor of Toxicology at the University of Texas Health Science Center“ interviewt. Er widerspricht der Haupterkenntnis, dass der „Rauch“ einer elektrische Zigarette kein Nikotin enthält: „Wir wissen, dass die Kunden von NJOY [in einer Studie von Dr. Thomas untersuchte eZig-Marke; die Red.] Nikotin inhalieren. Das wurde durch separate Untersuchungen sowohl des Herstellers, als auch der FDA selbst bestätigt. Vor diesem Hintergrund ist es höchst unwahrscheinlich, dass keine relevante Nikotin-Dosis im Inhalat enthalten ist – im Widerspruch zu den Ergebnissen der VCU-Studie“.

Heftige Reaktionen innerhalb der Internet-Gemeinde

Im Internet kursieren inzwischen die unterschiedlichsten Reaktionen auf die Studie. Viel Spott bezieht sich auf die Aussage, dass Dr. Eissenberg die staatliche Regulierung der Elektrischen Zigarette fordert, obwohl im gleichen Atemzug behauptet, dass sie völlig unwirksam sein. Andere unterstellen dem Forscher, ein Gefälligkeitsgutachten abgeliefert zu haben. Der Hauptkritikpunkt der Elektro-Zigaretten-Fangemeinde bezieht sich allerdings auf das klinische Testszenario. Ein Erklärungsansatz für das überraschende Ergebnis ist, dass Probanden im Umgang mit der eZigarette völlig unerfahrenen waren und bei der geringen Anzahl an Zügen, die dann vermutlich auch noch recht kurz gerieten tatsächlich kein Nikotin aufnehmen konnten. YouTube-Nutzer BigJim demonstriert in seinem Homevideo recht anschaulich, wenngleich auch wenig wissenschaftlich, was bei der Studie falsch lief:

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